In Verbindung kommen, in Verbindung bleiben

Maria Al-Mana hat eine Blogparade gestartet: (Wie) wollen wir in Verbindung bleiben? 

Sie beschreibt im Aufruf das Problem, dass gerade digitale Kontakte oft Algorithmen unterliegen, zumindest in Social Media. Und ihren Frust, wie wenig Feedback es auf ihre Vernetzung und Vorstellungsbemühungen gibt. Dazu vorab erstmal: Ich habe mich sehr gefreut, dass mein Blog auf Unruhewerk vorgestellt wurde. 

Habe mir aber dann auch Gedanken gemacht, wie ich gerne gerade im Alter digital in Kontakt bleiben will und wie das gelingen kann. 

 

Bloggen ist für mich in den letzten Jahren eine Art öffentliches Tagebuch geworden. Ob bei Klunkerchen oder auf meiner beruflichen Seite, ich schreibe gerne über Erfahrungen, Menschen oder Gedanken. Ich kenne das ungute Gefühl, wenn niemand Kommentare hinterlässt und auch die Besuchszahlen nicht wirklich relevant steigen. Da könnte ich ja auch nur noch Tagebuch schreiben. Immerhin sind diese Texte vertraulich, ich muss mir keine Gedanken machen, was ich eigentlich wie sagen will. Das macht aber auch den Unterschied aus. Würde ich diesen Text hier gerade in mein Tagebuch schreiben, würde da schon viel mehr stehen, ein langer Text in dem ich die Inhalte suche. Beim Bloggen versuche ich zunächst die Inhalte zu sortieren und sie dann in Textform zu bringen. Ein großer Unterschied. Der für mich eine Qualität an sich ausmacht, egal ob das jetzt hier jemand liest. Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn doch. Gar keine Frage. Da ist Hoffnung. Denn: 

Dani Parthum, Anette Weiß und ich - eine wunderbare Freundschaft, die sich im Netz entwickelt hat.
Dani Parthum, Anette Weiß und ich - eine wunderbare Freundschaft, die sich im Netz entwickelt hat.

Es entstehen für mich Kontakte. Meistens sogar persönliche. Mit Maria hatte ich bereits ein erstes Telefonat. Ich bin sicher, da lässt sich was vertiefen. Mit anderen Menschen, die ich über diesen Blog kennengelernt habe, haben sich bereits mal engere, mal losere digitale Freundschaften entwickelt. Für mich hat sich bewährt: Wenn es Wissen und Know-how auszutauschen gibt, dann lohnt sich am Anfang in einen regelmäßigen persönlichen, wenn auch virtuellen, Kontakt zu gehen. Mindestens einmal im Monat. Erfahrungsgemäß löst sich das nach etwa einem halben bis ganzen Jahr etwas auf, dann sind die Kontakte seltener, aber die Basis ist gelegt. Wir kennen uns, Vertrauen ist da und ich weiß, ich kann jederzeit anklopfen, wenn ich Gesprächsbedarf habe. Dabei reden wir jetzt hier nicht von vielen Kontakten. Seit der Corona-Zeit haben sich bei mir über diesen Weg genau sechs neue digitale Freundschaften aufgebaut. Vier davon habe ich bereits besucht, die anderen Zwei werden spätestens im nächsten Jahr auch noch dran kommen. Alles Bloggerinnen, alle öffentlich unterwegs zu Themen, die ich spannend finde. Ohne meine Arbeit und hoffentlich in Zukunft dieser Blog hier, wäre ich nicht "spannend" genug gewesen, um einen solchen Kontakt anstoßen zu können. Vermute ich zumindest. 


Wie halte ich den Kontakt zu Dir, meine Leserin? 

 

Das erlebe ich tatsächlich viel als Einbahnstraße. Ich schreibe, ich schicke meinen Rundbrief raus und ich poste hier und da auch bei Instagram. Letzteres immer weniger, weil mir Social Media immer weniger Spaß macht. Als Coach, als Autorin habe ich mich zu diesen Werbeaktivitäten gezwungen. Wenn etwas Geld abwerfen soll, braucht es Reichweite und dazu braucht es Werbung. 

 

Dieser Blog soll kein Geld bringen, entsprechend mache ich auch nur das, was mir Spaß macht. Aber, mein kleines Ego ist schon verletzt, wenn ich mir hier tolle Gedanken mache und keine liest es. Und die wenigen, die es lesen, reagieren nicht. Das ist ein Problem, wohl auch das Problem von Maria und ich habe darauf keine wirklich gute Lösung. Nur einen Umgang: 

 

Wie ist meine Erwartungshaltung? 

 

Den Blog hier habe ich gestartet nach dem Vorbild von Fritz, Autor des Blogs The Retirement Manifesto. Er ist in meinem Alter in Rente gegangen und ich habe von ihm viel Inspiration erhalten. Er ist in den USA eine Größe, wenn es um einen frühen Renteneintritt geht. 

 

Sowas möchte ich auch im deutschsprachigen Raum aufbauen. Aber: Der DACH-Raum ist kleiner, rein zahlenmässig.  Das Thema "Mit 55 in Rente zu gehen", ist in den USA ein viel gängigeres als in Deutschland und auch das Thema "Kapitalbasierte Rente" spielt dort eine größere Rolle.

 

Dann kommen noch meine Besonderheiten: Ich habe nicht so viel Lust auf Social Media, ich schreibe deutlich seltener als Fritz und vielleicht kennt er sich auch besser mit Suchmaschinen etc. aus. 

 

Das Vorbild ist schön, aber ich werde wahrscheinlich nicht so groß werden. Auch wenn das schade ist. Wenn ich aber diese Erwartung wieder runterschraube und mich darauf konzentriere, was mir hier Spaß macht, dann ist alles wieder okay. 

 

Ich teile gerne meine Gedanken, weil

  • es mir hilft, mein Leben und die spannenden Entwicklungen zu sortieren und zu reflektieren, 
  • ich gerne Wissen und Erfahrungen teile, auch wenn ich gar nicht so recht weiß, mit wem, 
  • ich meinen etwas ungewöhnlichen Weg gerne öffentlich mache, um in privaten Gesprächen darauf verweisen zu können, 
  • ich mich freue, wenn ich eine Inspiration für ein lebendiges, fröhliches Leben im Alter bin, 
  • ich hoffe, dass sich daraus auch in der Zukunft einzelne neue spannende Kontakte ergeben. 

Ich erwarte nicht, dass 

  • ich große Reichweite mit diesem Blog erreichen werde, 
  • das Vorhaben ein neues Geschäftsmodell wird, wozu auch, 
  • ich nennenswert viele Kommentare unter meinen Beiträgen erhalte, auch wenn ich das sehr schade finde. 

Wie lange ich durchhalte und Lust habe zu schreiben, kann ich noch nicht genau sagen. Ich kann zumindest verstehen, wenn Blogger:innen Ü50 irgendwann aufgeben, wenn es keine Resonanz gibt. Und nehme mir sofort vor, noch viel mehr die Blogs von Kolleg:innen zu kommentieren. 

 

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